Dienstag, 8. Oktober 2013

Lampedusa




















Bei der kürzlich vorgefallenen Katastrophe vor Lampedusa kamen vermutlich an die 300 (!) Flüchtlinge bei einem Schiffsunglück auf tragische Weise ums Leben. Ein Aufschrei der Empörung ging um in Europa. Wie kann denn die italienische Regierung so barbarisch sein, allein schon den Versuch solchen Flüchtlingen zu helfen unter Strafe zu stellen. So wird zum Beispiel ein Fischer, der diese Menschen vor dem sicheren Ertrinken retten möchte, auf Grund des sogenannten Fini-Bossi-Gesetzes hart bestraft. Wenngleich diese Empörung mehr als gerechtfertigt ist, bieten die intensiven Verhandlungen der EU-Innenminister in Brüssel kaum mehr als heiße Luft. Der schwarze Peter (das soll jetzt mal ausnahmsweise kein Wortspiel sein) wird vermutlich wieder zwischen den Staaten hin- und hergeschoben, bis sich entweder niemand mehr seiner Verantwortung bewusst ist oder bis alles wieder so weit in Vergessenheit geraten ist, dass man sich wieder dem Ausbau und der Stärkung des Grenzschutzes Europas auf dem Mittelmeer widmen kann. Jaja... Europa... du leuchtendes Vorbild in Sachen Menschenrechte und Menschlichkeit...

Wer tatsächlich noch nach einem tieferen Sinn hinter den Zahlen sucht, dem sei verraten, dass die Paragraphen 13, 14 und 15 des sogenannten Aufenthaltsgesetzes den Grenzübertritt, die unerlaubte Einreise sowie die Zurückweisung regeln.

Nachtrag vom 10. Oktober: Es tut sich was... Unter der Bezeichnung Eurosur soll die europäische Grenzverteidigung noch viel effektiver werden.  Da sollen die Flüchtlingsboote gar nicht erst bis kurz vor das europäische Festland kommen, sondern wohl bestenfalls gleich an der afrikanischen Küste zum Kentern gebracht werden...   

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